Schwangere können in der Frauenarztpraxis so genannte IGeL-Leistungen in Anspruch nehmen. Hinter der niedlichen Abkürzung versteckt sich das Wortmonster „Individuelle Gesundheitsleistungen“, was nichts weniger heißt als: Selbst zahlen. Man kann sich auf Toxoplasmose, auf Listeriose, weitere Infektionskrankheiten testen sowie Missbildungen des Kindes untersuchen lassen. Mir hat meine Ärztin als einzig wirklich sinnvolle Zusatzleistung den Test auf Schwangerschaftsdiabetes vorgeschlagen. Hab ich mir also ein schickes Fläschchen Glucose-Lösung gekauft, 25 Euro IGeL-Gebühr bezahlt und viel Zeit mit in die Praxis mitgebracht. Nüchtern (das heißt ohne Kaffee!) wird Kapillarblut mit einem Zuckermessgerät auf erhöhte Zuckerwerte untersucht. Dann trinkt man die Zuckerlösung (yay, Frühstück!) und misst nach einer und zwei Stunden erneut den Wert. Nach einer Stunde war mein Wert über 200 was laut Wikipedia wohl ziemlich eindeutig ist. Nach zwei Stunden war ich wieder einigermaßen normalisiert. Dennoch musste ich zur weiteren Untersuchung zum Diabetiker. Um halb 11 war ich dann endlich im Büro und konnte was essen. Meinen Kreislauf hat das wohl schon durcheinander gebracht, gegen Nachmittag stellten sich deutliche Kopfschmerzen ein. Heute also noch mal die Prozedur, unter etwas erschwerten Bedingungen. Der Termin war eine dreiviertel Stunde später angesetzt, netterweise durfte ich auch in der Praxis noch mal eine dreiviertel Stunde warten, bis es losging. Diesmal wurde das Venenblut getestet, also nicht nur ein Piks im Finger, sondern richtig Blut abnehmen, drei mal. Irgendwie war mein Kreislauf heute besser drauf, ich merkte, dass es mir nicht ganz so dizzy, unwohl ging wie beim ersten Test. Und so war der Test dann auch deutlich unter den Grenzwerten. Also kein Schwangerschaftsdiabetes. Nur 6 Stunden meines Lebens in Wartezimmern verschwendet und für heute einen derart zickigen Kreislauf, er könnte bei Germany’s Next Topmodel mitmachen. Es war dann immerhin schon 12 h als ich heute im Büro war. Immer noch nüchtern bis auf den leckeren Zuckersaft, der aber wohl genau in dem Moment endgültig aus meinem Blut verschwunden war und mir eine ordentliche Unterzuckerung bescherte. Der Bildschirm flimmerte und die Hände zitterten. Ich futterte und futterte, aber dauerte eine halbe Stunde bis ich mich wieder einigermaßen normal fühlte. Dafür stellten sich die Kopfschmerzen einfach mal sofort ein und gehen bis jetzt auch nicht wieder.
Aber hey, kein Zucker!
Nachtrag: Das ist übrigens eine der Nebenwirkungen von Schwangerschaftsdiabetes: Riesenbabys